Mehr Platz für das Gasthaus "Zur Breit"

Stadtrat stimmt gastronomischen Erweiterungsplänen zwischen Wittlich und Salmrohr zu.

Redakteurin Sonja Sünnen

An Wittlichs Stadtrand direkt an der L 141 liegt das Gasthaus "Zur Breit". Damit sich der Betrieb vergrößern kann, muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Dem hat der Stadtrat zugestimmt. Die Änderungen betreffen sieben Hektar. Sie werden zum Sondergebiet, das mehr Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten sowie Freizeit- und Sportanlagen erlaubt.

Wittlich. "Zur Breit" ist eine Adresse an der L 141 am Stadtrand von Wittlich, die Einheimische besuchen, wenn sie auf einer Terrasse sitzend in die Wittlicher Senke bis hoch zum Pichterberg blicken und etwas essen wollen. Für Kinder gibt es ein Damwildgehege mit 40 Tieren plus Spielplatz. Auswärtige kommen busweise, um einzukehren, für LKW-Fahrer ist der Betrieb ebenfalls Anlaufstelle. 24 Stunden ist er täglich geöffnet. Dazu gibt es zwei Spielhallen mit Automaten auf rund 300 Quadratmetern. Pächter ist seit 23 Jahren Klaus-Peter Kreutz. Er will den Betrieb mit Einverständnis der Eigentümer Sebastian und Elisabeth Bäumler erweitern. Doch auf landwirtschaftlich genutztem Gebiet kann man nicht einfach bauen.

Im Fall "Zur Breit" gehen 3,75 Hektar Ackerfläche für die langfristigen Erweiterungspläne verloren. Sie gehören den Eigentümern der Gaststätte. Ein Bauer hat sie gepachtet. Im Stadtrat hieß es, der Entzug der Flächen sei mit dem Landwirt abgestimmt und für diesen unproblematisch.

Doch bevor man irgendwann baut, wo eigentlich Bauern wirken, muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Er legt im Überblick fest, wo welche Nutzung von Land Sinn macht.

Im Fall "Zur Breit" geht es um insgesamt sieben Hektar, die zum Sondergebiet mit den Nutzungen "Gastronomie und Beherbergung mit Freizeit und Sportanlagen" werden, so will es das offizielle Verfahren. Dem hat der Stadtrat zugestimmt und anschließend die Aufstellung des Bebauungsplanes beschlossen. Und was soll im neuen Sondergebiet gebaut werden?

Zunächst nicht alles, was theoretisch möglich ist. In den Stadtratsunterlagen liest man etwa von einem Gästehaus mit 120 Betten. Stimmt nicht, hieß es dann in der Sitzung: Es seien, wenn überhaupt, 60 Betten. Und ob dieses Gästehaus tatsächlich gebaut wird, steht in den Sternen.
Ist die Baugenehmigung da, geht der Spielplatzbau weiter!

"Das sind alles noch reine Wunschträume", sagt Klaus-Peter Kreutz. Wie im Verfahren üblich, müssen vor einer Änderung des Flächennutzungsplans viele Behörden um ihre Meinung gefragt werden. Wenn deren Anforderungen beachtet werden, können die Investoren loslegen.

Im Stadtrat war neben dem Gästehaus die Rede von: Wohnmobilstellplatz, Vergrößerung von Spielhalle, Spielplatz, Streichelzoo, Außengastronomie (Biergarten) mit Musikpavillon, Toilettenanlage plus Freizeitanlagen wie Minigolf und Reitanlage.

Die Zukunft des Gasthauses „Zur Breit“ will Pächter Klaus-Peter Kreutz (links) mit seinen Erweiterungsplänen sichern. Sein Sohn Klaus Kreutz arbeitet ebenfalls im Betrieb an der L 141 kurz vor Wittlich. TV-Foto: Sonja Sünnen

Das alles macht das Sondergebiet möglich. Realisieren will der Pächter aber zunächst nur eine Art ersten Bauabschnitt: die Biergarten- und Küchenerweiterung, eine neue Toilettenanlage und einen großen Spielplatz auf 10 000 Quadratmetern. Mit Letzterem hat er 2009 angefangen und einen Baustopp kassiert. Die große Kletterburg steht sowie eine Schaukel und Kletterwand.

Weiter geht es dort erst, wenn auf die Flächennutzungsplanänderung der Bebauungsplan folgt. "Das wussten wir alles nicht. Wir waren blauäugig", sagt Klaus-Peter Kreutz, der zum ersten Mal in seinem Leben zwangsläufig Bekanntschaft mit dem Flächennutzungsplan-Verfahren gemacht hat. Wenn das zur Baugenehmigung geführt hat, geht es auf dem Spielplatz weiter: Ein Trampolin und ein Karussell sind geplant.

120 000 Euro habe man bereits investiert, rund 300 000 Euro kämen mit der Küchenerweiterung, den Toiletten und der Vergrößerung der Außengastronomie von derzeit 150 Sitzplätzen auf 210 zusammen.

Die weiteren "Wunschtraumpläne" vom Gästehaus bis zum Wohnmobilparkplatz, die das Sondergebiet schon einmal abdeckt, brauchen eine Investition vor diesen Investitionen: Auf eigene Kosten ist eine Links- und eine Rechtsabbiegespur zur L 141 zu bauen.

Das verlangt der Landesbetrieb Mobilität Trier, wegen der stark befahrenen Landesstraße. Das sei aber Zukunftsmusik. "Wir machen zunächst den ersten Schritt. Das muss ja auch alles finanziert werden", so Klaus-Peter Kreutz.

EXTRA

Das Gasthaus "Zur Breit" bietet 25 Arbeitsplätze, dabei sind vier Auszubildende beschäftigt. An Wochenenden zählt man laut Pächter 1000 bis 1200 Gäste.